Warum ELZBAG Crowdfunding benötigt

Der ein oder andere fragt sich vielleicht, warum ich für ELZBAG unbedingt die Hilfe der Crowd benötige. Diejenigen, die selbst nähen, kennen es vorrangig so: ihr bestellt ein paar Meter, produziert eure Sachen und schaut, wie sie bei den Leuten ankommen – falls ihr die Sachen verkauft. Dann kauft ihr von dem eingenommenen Geld neue Stoffe und so weiter.
Bei ELZBAGs neuem Stoff Hanf ist die ganze Sache etwas problematischer.

Hohe Kosten bei der Textilproduktion

Hanfstoffe sind um ein Vielfaches teurer als beispielsweise Baumwolle oder Leinen. Es gibt Möglichkeiten, sehr günstige Hanfstoffe aus China zu importieren. Mein Ziel ist jedoch, nachhaltig und so gut wie möglich regional zu produzieren. Aufgrund der Verbannung von Nutzhanf aus vielen Ländern nach dem Zweiten Weltkrieg, existiert keine vollständige Wertschöpfungskette mehr. Es fehlen geeignete Maschinen für die Ernte und Weiterverarbeitung. Die Hanf-Genossenschaft aus der Uckermark hat sich dem Problem bereits angenommen und per Crowdfunding einen Hanf-Roboter finanziert. Leider fehlen immer noch geeignete Spinnereien und Webereien, die sich an die Weiterverarbeitung der Fasern zu textilem Stoff „trauen“. Meine Hoffnung ist groß, dass es in baldiger Zukunft wieder Hanfstoffe in Deutschland geben wird. Bis dahin muss ich die Stoffe aus dem Ausland beziehen – die Entwicklung in den nahen EU-Ländern hat hier stark zugelegt.

Grundsätzlich ist der Anbau von Nutzhanf relativ günstig, da die Pflanze sehr anspruchslos ist und im Vergleich zu konventionellen Stoffen wie Baumwolle nur einen Bruchteil an Wasser benötigt. Dennoch ist die Produktion sehr kostspielig und das Risiko hoch, dass die Nachfrage zu gering ist. An dieser Stelle kommen zwei, meiner Meinung nach, essentielle Gründe ins Spiel, warum diese Nachfrage noch fehlt und Hanf als Rohstoff im Textilbereich noch nicht angekommen ist und angenommen wird.

Geringe Verbreitung von Hanf im Textilbereich

Schlechten Dingen geht jeder Mensch gern aus dem Weg. Und wenn sie als schädlich eingestuft werden erst Recht. So ist es auch mit Hanf, der seit vielen Jahrzehnten als Droge abgestempelt wird. Ein Großteil der Menschen, der das Wort Hanf hört oder liest, denkt sofort an etwas Böses. Sein schlechter Ruf, der ihm seit fast 60 Jahren anhängt, fängt langsam an zu bröckeln. Die Akzeptanz beginnt vor allem Food-Bereich. Es gibt Hanf-Pudding, Proteine, Samen und vieles vieles mehr. Doch der Textilbereich ist bisher größtenteils ausgeblieben. Daran schließt sich für mich der zweite Hauptgrund an. Wer an die Kombination Hanf und Textilien denkt, wird wahrscheinlich an „Öko“ denken – weite, lockere Hosen ähnlich wie Leinen – langweilige Designs und Farben, sowie rauer und kratziger Stoff. Wer jedoch mal eine Leinenhose, ein Shirt oder sogar Kleid getragen hat (ich habe mir und meinem Freund diese Dinge genäht), der weiß, wovon ich rede. Der Stoff ist unglaublich weich und angenehm auf der Haut. Selbst bei 30 Grad schwitzt man nicht. Oder auch Leinenbettwäsche, die aktuell im Trend ist, ist ein Traum beim Schlafen. Und genau so fühlt sich Hanf an. Auch die Struktur des Stoffes ist ähnlich: die feinen Fasern vom Weben des Stoffes sind deutlich zu sehen und verleihen ihm dieses angenehme Aussehen und Gefühl.

Hoffnung für die Zukunft von Nutzhanf – mit Crowdfunding

Erst wenn die Akzeptanz von Nutzhanf und besonders die Nachfrage im textilen Bereich da ist, kann mehr Stoff produziert werden. Die Produktion in Deutschland würde vermutlich vorangehen und mit steigender Nachfrage würden auch die Preise sinken, so dass jeder sich Bettwäsche, Taschen und Kleidung aus Hanf leisten kann.
Bis dahin muss sich ELZBAG etwas kostenintensiverer Stoffe bedienen, die jedoch bei steigender Menge auch etwas günstiger werden. Daher habe ich mich entschieden, Geld über die Crowd einzusammeln, um eine größere Menge an Stoffen bestellen und damit den Verbrauchern letztendlich etwas günstigere Produkte anbieten zu können.

Link zur Crowdfunding-Kampagne: www.startnext.com/elzbag

Eine Idee zu “Warum ELZBAG Crowdfunding benötigt

  1. Thomas sagt:

    Crowdfunding ist und bleibt eine ganz tolle Finanzierungsalternative, die genutzt werden sollte. In der Vergangenheit haben sich dadurch ganz tolle Projekte realisieren lassen und mittlerweile wird in den unterschiedlichsten Bereichen darauf zurückgegriffen.

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